Freitag, 24. Jänner 2020:

Der Dokumentarfilm von Thomas Rickenmann zeigt drei Familien in ihrem Alltag auf der Alp - im Berner Oberland, im Alpstein und in der Zentralschweiz.
Unverstellt und detailliert macht der Film das entbehrungsreiche Leben als Bergbauer für die Zuschauer erfahr- und greifbar.
Ausgestattet mit vielen intimen und persönlichen Momenten, besticht der Film auch mit seinen beeindruckenden Landschafts- und Panoramabildern. Das Älplerleben ist nicht immer nur schön. Die Arbeit ist streng. Der Tag beginnt morgens um 5.00 Uhr und endet oft erst abends um 21.00 Uhr. Und dann ist Kaltduschen angesagt. Hier reicht es nicht, auf den Knopf zu drücken: Man muss ein Feuer machen, wenn man es warm haben will. Muss das Wasser aus dem Brunnen holen, zurück zur Quelle. Hier wird man in jenes Leben zurückgeworfen, von dem wir uns in Jahrhunderten der Technik und Zivilisation mühsam entfernt haben. Und dessen Wert wir erst jetzt erkennen, da wir es zu verlieren drohen.
Der Schweizer Filmemacher fängt faszinierende Bilder ein: Wintereinbrüche im Sommer, Missgeschicke, Überraschungen, Alltäglichkeiten, die Kultur der Viehhaltung inmitten grandioser Natur der Bergriesen mit all ihren Reizen und Gefahren. Rickenmann arbeitete ohne Drehbuch. "Die Natur bestimmt das Leben und Arbeiten auf der Alp, und so auch den Drehplan", sagt er. Nichts im Film ist also gestellt, und das macht ihn so authentisch. Erfolgreichster Schweizer Dokumentarfilm! Prädikat: sehenswert! Ab 6 J.